Guatemala – Mayakultur und Vulkane!

Nach gut neunstündiger Busfahrt quer durch Belize, erreichten wir schliesslich Flores in Guatemala…

 

FLORES

Wir checkten im ‚Green Monkey Hostel‘ ein und erkundeten das auf einem See liegende Städtchen. In etwa dreissig Minuten kann man einmal komplett um die kleine Insel herumlaufen 🙂 Das Städtchen hat alles was man braucht – ein paar Hostels, ein paar Restaurants, etwas Nachtleben…aber Flores dient hauptsächlich als Tor zu ‚Tikal‘, einer der grössten und bekanntesten Mayastätten in ganz Mittelamerika. Natürlich wollen wir uns das nicht entgehen lassen…

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Flores

 

TIKAL

Wir entschieden uns, nur den Transport nach Tikal zu buchen und die Ruinen ohne Guide anzuschauen. So brachte uns ein Minibus nach Tikal. Leider warteten wir morgens fast eine Stunde in Flores herum, bis wir endlich richtung Tikal aufbrachen – ein guatemaltekisches Phänomen welches uns noch ein paar mal begegnen würde…

Doch schliesslich erreichten wir die Ruinen. Trotz langer Warterei und Hitze liessen wir uns die Laune nicht verderben und wanderten in den Park hinein. Von Anfang an wurden wir sehr positiv überrascht: Obwohl die Ruinen von Tikal bekannt und vielbesucht sind, wurde der Park sehr natürlich erhalten. Fast so, als würde man allein im Dschungel umherwandern. Auch die Besucher verteilen sich dank der Grösse des Parks!

Und die Ruinen an sich…wow! Da hat man uns also nicht zuviel versprochen! Tikal war eine der bedeutendsten Städte der Maya und ist eine der am besten erforschten Maya-Städte. Die ersten Siedlungsspuren reichen ins frühe 1. Jahrtausend v. Chr. zurück. Man schätzt, dass die Einwohnerzahl des Stadtzentrums auf dem Höhepunkt der Macht mindestens 50’000 Menschen betrug. (Quelle: Wikipedia)

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An diesen unvergesslichen Tag werden wir uns noch lange erinnern!

Nach einigen lustigen Abenden in Flores und dem schönen Tag in Tikal, wurde es Zeit um weiterzuziehen… Also buchten wir ein Shuttle nach Coban.

 

COBAN

Wir wählten Coban als Zwischenstopp, weil wir uns nicht die weiteren 3,5 Stunden bis nach ‚Semuc Champey‘ auch noch antun wollten. Die Distanzen zwischen Norden und Süden des Landes sind einfach gigantisch…

Wiedereinmal warteten wir ewig herum bis unser Shuttle sich endlich auf den Weg nach Coban machte, so dauerte die Fahrt 7 statt der angegebenen 6 Stunden. Nervig, immer diese Warterei. Dabei haben wir noch extra auf unser Hostel-Frühstück verzichten müssen weil wir so früh los gingen.

Irgendwann kamen wir schliesslich in Coban an. Sofort fiel uns auf, dass wir hier nach dem turistischen Flores und Tikal, endlich mal ein kleines Stück ‚richtiges‘ Guatemala sahen. Alles war etwas chaotischer, dafür lächelten einen die Einheimischen freundlich an, boten Ihre Hilfe bei der Orientierung an oder wünschten uns einfach nur ‚Guten Appetit‘ wenn wir in der Strasse ein Brötchen assen…schön! Sonst gibt es da nicht allzuviel zu machen, doch fanden wir ein nettes Hostel und konnten so die (viel zu) lange Fahrt nach Antigua unterbrechen. Am nächsten Tag ging die Reise weiter – diesmal endlich mit einem pünktlichen Shuttle und ohne Verzögerungen!

PS: Ich bin mir sicher, dass die Wasserkaskaden von ‚Semuc Champey‘ sehr schön sind. Doch haben wir auch zuhause tolle Flüsse und Wasserfälle, da war es uns die zusätzlichen 7 Stunden Busfahrt (hin- und zurück) einfach nicht wert…

 

ANTIGUA

Als es dank der Pflastersteine in den Strassen von Antigua anfing zu schütteln im Bus, wussten wir dass wir Antigua erreicht hatten… Wirklich ein schönes Städtchen mit ganz viel Kolonial-Flair. Für uns war das eigentliche Highlight in Antigua jedoch ein anderes: Antigua ist umrandet von drei Vulkanen, einer davon ist sogar aktiv! Deshalb verbrachten wir viel Zeit damit, einfach nur die Rauchwolken des ‚Volcan de Fuego‘ zu beobachten… Antigua ist zwar sehr turistisch, hat uns aber auf Anhieb super gefallen! Sowohl vielfältige Restaurants als auch ein paar Bars, teilweise mit spanischer Livemusik, machen einem das Verweilen leicht.

 

Guatemala

Strasse in Antigua mit Vulkan im Hintergrund

Der 'Volcan Fuego' mit Rauchwolke

Der ‚Volcan de Fuego‘ mit Rauchwolke

Kolonialkirche in Antigua

Kolonialkirche in Antigua

 

Da wir teilweise in bisschen Pech mit der Planerei hatten, unternahmen wir in/um Antigua nicht allzu viel. Erst dachten wir über die Vulkanwanderung zum ‚Volcan Acatenango‘ nach, doch machte uns unsere magere Ausrüstung einen Strich durch die Rechnung… Wir hatten schlicht nicht das Equipment (Schuhe, Rucksack, warme Kleidung, Schlafsack, …) um so eine anspruchsvolle Wanderung zu meistern. Dann hatten wir Pläne, zum ‚Lago de Atitlan‘ (einem tollen See umrandet von drei Vulkanen) weiterzuziehen. Doch am nächsten Morgen tauchte unser Shuttle einfach nicht auf, und das Büro, welches uns die Tickets verkauft hatte, war geschlossen. Irgendwie wollte es einfach nicht so richtig klappen…

Und somit blieben wir schlussendlich einfach ein paar Tage länger in Antigua und genossen unsere Zeit da. Und da wir bald einen Flug ab ‚San Salvador‘ nehmen würden, beschlossen wir nach El Salvador weiterzuziehen…

 

FAZIT GUATEMALA

Jeder, der schon mal den Bericht des EDA Schweiz über Guatemala gelesen hat, überlegt sich die Reise nach Guatemala vielleicht nochmals… (Für alle, die gern selber nachlesen wollen ist hier der Link dazu)

Guatemala hat daheim allgemein den Ruf eines exotischen, unerforschten Landes mit hoher Kriminalität. ‚Kaum einer traut sich dahin‘, würde man meinen. Ganz falsch! Entgegen unseren Erwartungen war Guatemala wohl die Nummer 1 bei den Backpackern weltweit! Jeder Ort (ausser Coban) war voll von Rucksackreisenden (zum Glück wenigstens noch keine Resorts und Pauschalturisten). Herumreisen ist so einfach wie in fast keinem anderen Land auf unserer Reise bisher. Man muss meist gerade mal zur Rezeption des Hostels gehen um da den nächsten Shuttlebus irgendwohin zu buchen… Dieser Bus kostet dann ziemlich viel, aber erwartet ja nicht dass ihr freundlich behandelt oder bei Verzögerungen informiert werdet, was los ist. Eigenes Essen gibt es in Guatemala ebenfalls kaum, jedenfalls nicht da wo wir waren. Stattdessen gibt es überall Burger, Pizza und Tacos (ich bezweifle dass das seit je her die Hauptnahrungsmittel der Guatemalteken war). Es scheint mir ein bisschen, als ob es in Guatemala ziemlich genau sechs turistische Hauptziele gäbe: Flores, Tikal, Semuc Champey, Antigua, Chichicastenango und Lago Atitlan. Alle Backpacker konzentrieren sich genau da und die Orte ausserhalb dieses ‚Beaten Tracks‘ sind den Turisten schlecht bis gar nicht zugänglich. Deshalb befindet man sich halt ständig eher in der turistischen Scheinwelt-Seifenblase…

Versteht mich nicht falsch – ich bin selbst ‚Backpacker‘ und trage genauso dazu bei, dass ein Land so turistisch wird. Ich hätte es nur von Guatemala so überhaupt nicht erwartet. Alles was ich mit diesem Schlusswort sagen möchte: Erwartet keinen Nervenkitzel wenn ihr durch Guatemala reist. Erwartet keine total autenthischen Orte mit autenthischem Essen und mühseligem Vorankommen in lokalen Verkehrsmitteln. Sondern erwartet ein wunderschönes Land in dem ihr easy von Sehenswürdigheit zu Sehenswürdigkeit chauffiert werdet und überall genau das essen könnt, was ihr euch von zuhause gewohnt seid.

Denn wenn ihr mit dieser Erwartungshaltung geht, werdet ihr sicher nicht enttäuscht sein 🙂

 

Allgegenwärtig: Chicken Busses!

Allgegenwärtig: Chicken Busses!

 

 

 

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