Märchenhaftes Myanmar

Das nächste Ziel unserer Reise war Myanmar. Da die besten Flüge über Yangon gingen, landeten wir da als Erstes. Unsere Route verlief wie folgt:

– Yangon
– Bagan (per Nachtbus)
– Mandalay (per Minibus)
– zurück nach Yangon

 

Der Eine oder Andere wird sich gleich fragen, warum der Inle See nicht auf unserem Programm stand? Der Grund ist einfach – wir meiden Orte die von Turisten dermassen überbevölkert werden, dass die Einheimischen gar nicht mehr sich selbst sind. Der Inle-See war einst bekannt für seine traditionellen Einbein-Fischer. Heute hat sich das Ganze leider scheinbar so entwickelt, dass die sogenannt „traditionellen“ Fischer ihr Geld gar nicht mehr mit dem Fischen verdienen, sondern mit den Turisten. Hierzu zitiere ich gerne einen guten Bericht den ich zu dem Thema gelesen habe:

„Der See ist berühmt für seine Fischer, die in ihrem Boot auf einem Bein stehen und mit dem anderen Bein rudern. Die Ausbeute der Fische erscheint mir sehr kläglich und wenn wir auf einen Fischer zuhalten, fängt er sofort an für ein Foto zu posen.
Vielleicht werden ja von der Regierung inzwischen Models angestellt?“

Nicht meine Welt. Ich gehe auf Reisen, weil ich gerne fremde Kulturen und Traditionen kennenlerne. Wenn ich in den Zirkus gehen will, kann ich das auch zuhause tun. Ich bin mir ganz sicher, dass der See an sich sehr schön ist. Aber es gibt doch noch so viele andere Seen in Südostasien? Und ganze Siedlungen, die auf Stelzen ins Wasser gebaut werden? Von daher fiel mir die Entscheidung gegen den Inle-See nicht sehr schwer.

Dafür trafen wir in anderen Teilen des Landes sooooo viele freundliche Gesichter, herzliche Menschen und viele viele kleine Strassen-Restaurants mit autentisch burmesischem Essen. Für mich war es absolut richtig so.

 

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Myanmar Yangon

 

YANGON

Unser erstes Abenteuer in Myanmar fanden wir bereits bei der Suche nach dem Bus vom Flughafen in die Stadt… Gar nicht so einfach, irgendetwas auf einem Bus zu erkennen, da alles auf burmesische Schrift angeschrieben steht. Nach längerem Umherirren sprach uns aber ein freundlicher Burmese auf der Strasse an und zeigte uns den richtigen Bus – vermutlich Jahrgang 1960 aber das Ding brachte uns sicher zur „Sule Pagoda“. Dort in der Nähe fanden wir auch ein Hotel (Okinawa Guesthouse).

Nach einem leckeren Nachtessen beim Burmesen nebenan gings ins Bett. Am nächsten Tag liefen wir dann zur „Shwedagon Pagode“, dem Wahrzeichen Yangon’s. Der Weg dahin war extrem heiss, aber dafür kamen wir an diversen kleinen Märkten, einheimischen Garküchen und sehr unturistischen Strassen vorbei. Und die Pagode ist einfach nur wunderschön…

 

Myanmar Shwedagon Pagode

image

Myanmar

 

Yangon selbst ist hektisch und dreckig, erinnerte uns sogar ein bisschen an Indien (auch hier ist das rote Kautabak-Zeugs weitverbreitet). Deshalb reisten wir nach einer Nacht am nächsten Abend per Nachtbus weiter nach Bagan…

 

 

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BAGAN

Dieser sagenumwobene Ort war für mich der eigentliche Hauptgrund, Myanmar zu bereisen. Ich musste einfach unbedingt diese uralten, wunderschönen Steintempel in Echt sehen… Allerdings stellte ich mir den Ort ganz anders vor. Man liest all die Geschichten vom vergangenen Königreich und erwartet dann ein magisches, kleines Dorf mitten in diesem wunderschönen Tempel-Areal. In der Realität ist Bagan aber mittlerweile sehr überlaufen… Hotels, Hostels und Restaurants gibt es mehr als genug und besonders viele Burmesen trifft man in Bagan nicht mehr. Das „Ostello Bello“, welches wir als erstes anpeilten war dann sogar fast ausgebucht; lediglich ein Bett im 18er-Schlag für sage und schreibe 19 USD (!) pro Person war noch frei…wir lehnten danken ab und fanden ein paar Häuser weiter ein tolles Hotel namens „Bagan Central Hotel“ wo wir ein schönes Doppelzimmer für 30 USD inkl. Frühstück fanden.

Nach unseren drei Tagen in Bagan, kam ich zu folgendem Schluss: Die Tempel rund um Bagan sind wunderschön. Die Landschaft ist einmalig, ob bei Sonnenaufgang, tagsüber oder bei Sonnenuntergang. Findet man einen Tempel den man ganz für sich allein hat (wir hatten in drei Tagen ein einziges Mal das Glück), ist die Ruhe und die Magie die davon ausgeht phänomenal. Einer der Momente an denen man unweigerlich ein Lächeln auf den Lippen hat und alles um sich herum vergisst.

 

Myanmar Bagan

Bagan in der Morgendämmerung

Myanmar Bagan

Tempel bei Tageslicht

Myanmar Bagan

Sonnenuntergang über Bagan

 

Diese Momente sind rar in Bagan; meistens ist man umsäumt von westlichen Turisten, beim einen oder anderen Tempel fährt zum Sonnenuntergang gar ein ganzes Arsenal an Reisebussen vor. Aber es gibt sie – und genau an diese speziellen Momente denke ich gerne immer wieder zurück…

 

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MANDALAY

Ein Minibus brachte uns von Bagan nach Mandalay. Da wir nach Bagan nicht schon wieder inmitten von westlichen Turisten sein wollten, suchten wir ein Hotel etwas ausserhalb des Zentrums. Wir fanden die „Peacock Lodge“ und waren hin und weg!
Wir bekamen ein wunderschönes Zimmer, freundliche Leute, ruhige Athmosphäre, leckeres burmesisches Essen und das Beste: Aus der Tür getreten war man der Einzige Europäer weit und breit! 🙂

Wir verbrachten den gesamten Rest unseres Myanmar-Aufenthaltes in Mandalay…zum einen weil das Hotel so schön war und wir wiedermal planen, schreiben, lesen, Musik machen und relaxen konnten. Und wir erkundeten natürlich immerwieder einen neuen Winkel unserer „Nachbarschaft“. Wir trafen herzliche Menschen, üüüberall. Die Kinder riefen einem schon von weither „how do you do“ zu und waren überglücklich, wenn sie auf den gelernten Satz eine Antwort bekamen.

Einmal stiegen wir die vielen Stufen zum „Mandalay Hill“ hinauf und genossen den schönen Ausblick. Ein andermal mieteten wir uns einen Scooter und fuhren damit nach Amarapura und weiter nach Sagang, dem geistlichen Zentrum des Landes. Und wir assen immer mal wieder in burmesischen Restaurants – auch wenn wir uns meist nur mit Hand und Fuss verständigen konnten und auch mal was anderes bekamen, als wir bestellt zu haben glaubten 🙂 Aber die Menschen gaben sich trotz (oder gerade wegen?) der Sprachbarriere solche Mühe, waren herzlich und aufgeschlossen. Und genau das sind die Begegnungen, die ich auf Reisen so liebe… Ich bereuhe nicht, die Schauspiel-Fischer am Inle See nicht gesehen zu haben, oder nicht noch den Zug hoch nach Hsipaw genommen zu haben…es war für mich absolut richtig und wunderbar, für ein paar Tage teil von Mandalay zu sein!

 

Myanmar Mandalay

1729 Stufen hoch zum Mandalay Hill

Myanmar Burma

Ausblick vom Mandalay Hill

Myanmar Scooter

Per Scooter die Gegend erkunden

Myanmar Amarapura

die „U-Bein Bridge“ in Amarapura

Myanmar Sagang

Blick über Sagang

Das "Menü" :-)

Das „Menü“ 🙂

 

 

Vollbepackt mit tollen Eindrücken nahmen wir am Ende unserer Zeit in Myanmar wieder den Luxus-Nachtbus runter nach Yangon – und verliessen von da aus das burmesische Reich.

 

Myanmar Yangon

Luxus-Bus nach Yangon

Myanmar Bus

fast wie im Flugzeug 🙂

 

Myanmar war so überhaupt nicht das was ich erwartet habe, es ist bereits sehr viel turistischer als ich mir je hätte vorstellen können…aber wir fanden unseren Weg vorbei an den Haupt-Trampelpfaden und genossen vor allem die freundlichen Menschen & das tolle Essen sehr!

 

PS: Unbedingt die burmesischen Salate probieren! Ob Tomate, Karotte oder Nudel – sie sind alle einmalig und megalecker!

 

Danke Myanmar!

 

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