Sansibar – paradiesische Tage in Afrika!

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Durch einen lustigen Zufall sind wir auf Sansibar gelandet. Eigentlich wollten wir ja nur nach Kenya, und von da aus weiter nach Indien! Doch da wir Zuhause zuwenig Zeit eingeplant hatten, um das Visum für Indien zu beantragen, mussten wir unsere Pläne ändern und uns nach einem Ort umsehen, der so schön ist dass wir mindestens 10-14 Tage bleiben wollen (solange kanns dauern bis man das Visum kriegt), und der natürich über ein indisches Konsulat verfügt… Tja und welcher Ort könnte für dieses Vorhaben perfekter sein? Eben.

Sansibar Nungwi

Strand in Nungwi

 

Unsere Route durch Sansibar:

– Ankunft am Flughafen (Stone Town), von da aus direkt weiter nach Nungwi
– Nungwi (9 Nächte)
– Stone Town (2 Nächte)
– Paje (5 Nächte)

 

 

 

 
Kosten:

Wir haben versucht, unser eigentliches Budget von USD 35.- pro Person pro Tag nicht zu überschreiten. War auf Sansibar leider nicht ganz möglich – Zanzibar ist nicht ganz günstig.
Alles in allem haben wir pro Person wohl ca. USD 700.- für 17 Tage gebraucht (exkl. Flüge versteht sich). Es ginge auch sicherlich günstiger, aber wir hatten keine Lust jeden Tag einheimisch zu essen (mega günstig, dafür gibts immer Reis mit Sauce, Bohnen und Chapati, und das konnten wir irgendwann nicht mehr sehen…) und wollten auch hin und wieder was erleben & unternehmen. Dafür haben wir für Transportmittel fast nichts ausgegeben, da wir bis auf zwei Ausnahmen immer mit DalaDala von A nach B gereist sind.
PS: Ich gebe die Preise bewusst in USD und nicht in Tanzania Shilling oder Chf an, da Sie so für jedermann transparenter sind.

 

 

Übernachtung:
Preise variieren auf Sansibar sehr stark. Es gibt Pauschalturisten, die aus Europa ein Ferienpackage buchen, speziell viele „Honeymooners“, die bis zu 500.- pro Nacht bezahlen. Natürlich leben die dann in einem Luxuspalast direkt am Meer, und haben all inclusive Verpflegung. Ist allerdings weder unser Budget noch unser Style 🙂
Wer sucht, der findet aber auch ein paar günstige Perlen. Unsere teuerste Übernachtung hat uns USD 20.- pro Person gekostet, die günstigste USD 16.-, drunter gehts (soweit ich herausgefunden hab) nicht, oder es ist sehr schäbig…
Mehr zu unseren Top-Unterkünften findet Ihr jeweils in der entsprechenden Ortschaft 🙂

 

Reisezeit:
Wir waren Mitte bis Ende Februar da, und haben es als sehr angenehme Zeit empfunden! Hochsaison in Sansibar ist vor allem zwischen Weihnachten und Mitte Januar. Danach wirds ruhiger bis die Regenzeit kommt (zwischen März und Juni). Dann kommt noch eine Hochsaison zwischen Juli-August, und dann wirds wieder ruhiger bis Weihnachten.
Vorteil in den Zwischensaisons ist klar, dass es dann weniger Pauschalturisten und mehr Backpacker hat. Auch steigen während der Hochsaison alle Preise an.

 

Los gehts – unser Erfahrungsbericht!
Nur noch ein paar kurze Worte, bevor wir in Nungwi starten. Die folgenden Berichte basieren auf unserer persönlichen Erfahrung, auf Umständen und Eindrücken die wir zu dieser Zeit erlebt haben. Dies heisst nicht, dass diese Eindrücke auf jedermann zutreffen. Aber so haben wir Sansibar erlebt & empfunden!

 

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NUNGWI

Stellt euch ein absolut bombastisches Postkartenmotiv eines Strandes vor, mit türkisblauem Wasser und strahlendweissem Pudersand…jap, das ist Nungwi. Sicher ist es turistisch, und sicher seid Ihr nicht die Einzigen. Aber hey, diese Strände…ich kann mich nicht entscheiden, ob Nungwi meinen bisher schönsten Strand von der Nr. 1 ablöst (El Varadero in Cuba), aber es ist auf jedenfall einer DER schönsten Strände die ich je gesehen hab!
Und ein turistischer Ort hat aus meiner Sicht auch immer Vor- und Nachteile. Vorteil ist für mich klar, dass alles im Überfluss vorhanden ist: Eine grosse Vielfalt an Restaurants (von lokalen Garküchen im Dorf über Pizzerias bis hin zu Nobelrestaurants), diverse Shops, Unmengen an Souvenirständen, verschiedenste Aktivitäten (wie schnorcheln, tauchen, Bootsausflüge, kitesurfen, Stand Up Paddling, etc.), Parties, und und und… Nichts muss man lange suchen 🙂

Nachteile gibts natürlich auch. So ist zb. das Preisniveau generell höher als anderswo. Dies spürt man auf Nungwi vor allem bei den Unterkünften. Man kann für ein schäbiges Bungalow direkt am Beach 80-100 Dollar bezahlen, nur wegen der Lage.
Und wo Turismus ist, gibt es natürlich auch Leute die damit Geld machen wollen. Damit sind wir auch beim für uns grössten Minuspunkt in Nungwi: Die Verkäufer.
Sicher verstehen wir, dass die Situation in Sansibar nicht einfach ist und dass halt jeder versucht, mit den „Msungus“ (den Weissen) ein bisschen Geld zu machen. Aber es ist einfach zu viel! Am Strand angekommen wird man überflutet mit den Angeboten der Beachboys…und alle verkaufen das Gleiche! Entweder Sunset-Cruise oder Schnorcheltrips, Taxi, Gras oder Souvenirs. Und nach dem gefühlten tausendsten „hey my friend, how are you?“ hat man die Schnauze einfach definitiv voll und würde am liebsten sein Strandzeug zusammenpacken und sich im Hotelzimmer verkriechen. Tipps dagegen gibt es leider keine; wenn man Glück hat kennen sie einem nach ein paar Tagen und fragen nicht mehr. Aber es gibt auch dann immernoch die, die auch nach dem vierten „no thank you“ nicht verschwinden und einem unbeirrt weiter nachlaufen. Wir sind uns aus anderen Strandorten an ein „normales Mass“ an Verkäufern gewöhnt, aber das hier überspannt den Bogen einfach…

Wie auch immer, hatten wir in Nungwi trotzdem eine tolle Zeit. Dies nicht zuletzt dank unserer tollen Unterkunft, in der wir uns auch mal gut verweilen konnten wenn wir keinen Bock auf aufdringliche Verkäufer hatten.
Unser Backpacker-Tipp:

 

 

Highland Bungalows in Nungwi
Das war zwar unsere teuerste Übernachtung, aber Nungwi ist halt auch ein teures Pflaster… Für die USD 40.- fürs Zimmer haben wir aber einen ganzen kleinen Bungalow im Garten gekriegt, mit eigenem Bad mit Heisswasser (habe ich aber nie gebraucht bei der Hitze 🙂 ) und Balkon mit Sitzgelegenheit! Ausserdem ist die gesamte Anlage sehr schön angelegt, inkl. tollem Restaurant mit super Essen (und Bier & Drinks) zu unschlagbaren Preisen, inkludiertem Frühstück sowie etlichen Sitzgelegenheiten. Ist auch ein guter Ort um sowohl andere Reisende wie auch Einheimische kennenzulernen. Und wens Interessiert – Sie übertragen alle wichtigen Fussballmatches auf TV, dann wird die Bar sogar richtig voll mit Masai-Jungs und anderen Leuten.
Ausserdem sind die Inhaber, ein deutsch-afrikanisches Paar namens Britta und Albert, absolut süss und hilfsbereit!

 

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Bungalow im Highland

 

NUNGWI-FAZIT: Strände wundervoll, langweilig wirds einem so schnell nicht & wer sich ein dickes Fell und eine Portion Ignoranz zulegt kann sogar einigermassen mit den vielen Beachboys klarkommen.

 

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STONE TOWN

Ja was sollen wir dazu sagen…wir waren einige Male da, um unser Visum auf dem indischen Konsulat zu beantragen/abzuholen. Wir waren anfangs der Ansicht, dass Stone Town ein ziemliches Drecksloch ist, überall Staub und Gestank, und kein Entkommen von der Hitze… Da uns aber immer wieder Reisende vorgeschwärmt haben, von der tollen Architektur, dem Nacht-Foodmarket, dem alten Fort, etc. und wir einen Aufenthalt in Stone Town super mit unseren Plänen verbinden konnten, wollten wir uns die Stadt doch noch etwas genauer anschauen.

Mit dem DalaDala im Zentrum angekommen, gings erst mal auf die Suche nach einer passenden Unterkunft (mehr dazu weiter unten). Gegen Abend, als es etwas kühler wurde, wollten wir uns mal die Stadt zu Fuss ein bisschen anschauen. Fest steht – Stone Town hat ganz sicher einen orientalischen Charme, den ich so noch nie gesehen und in Zanzibar auch nicht erwartet hätte. Durch die engen Gassen die an ein Labyrinth erinnern, vorbei an den vielen Muslimen in Ihren traditionellen Gewändern, mit hin und wieder Gebetsrufen aus den Moscheen im Hintergrund, fühlt man sich wie im Orient. So etwa stelle ich mir Marokko vor!

Mehr per Zufall kamen wir am „Old Fort“ vorbei. Es hatte noch offen, also schauten wir es uns gleich an…drinnen dann leider die totale Ernüchterung: Es ist gar nichts Spezielles. Klar sind es uralte Mauern und in der Mitte hat es sowas wie ein kleines Amphittheater, aber für mich als Europäerin war es eher enttäuschend…wenn ich da nur schon an unsere Schlösser und Burgen in der Schweiz denke, geschweige den an eine Stadt wie Rom… Ausserdem ist das Fort aus meiner Sicht nur eine weitere Fläche, die man mit Souvenirhops und Verkäufern vollstellen kann, also haben wir schnell wieder die Flucht ergriffen 🙂

 

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Old Fort in Stone Town

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Streetlife in Stone Town

Sansibar

DalaDala

 

Bevor der Nachtmarkt anfing, hatten wir noch Zeit für einen Abstecher in die Mercury Bar. Die ist alles in allem ganz cool, liegt direkt am Meer und den Sonnenuntergang kann man von da aus schön beobachten. Allerdings hat die Bar nicht viel mit Freddy oder Queen zu tun…es gibt etwa 2-3 Bilder an der Wand, und „westliche Musik“, thats it. Aus unserer Sicht auch eher überbewertet.

Dann gings auf zum Night-Foodmarket. Wir waren soooo gespannt, da wir davon echt viel gutes gehört hatten und auch wirklich hungrig waren 🙂
Erster Eindruck: Hammer. Soooo viele Stände die in einer Art Rechteck angeordnet stehen, dazu das Meer im Hintergrund. – auf ins Vergnügen! Doch noch bevor wir am ersten Stand angekommen sind wurden wir bereits von 2 oder 3 Verkäufern gleichzeitig in Beschlag genommen – „hey my friends, pease come and check out our stall“ von allen Seiten – die totale Überforderung! Nach mehrfachen Aufforderungen sahen wir uns mal einen Stand etwas genauer an, sah alles wirklich lecker aus! Also haben wir uns mal 2-3 Sachen herausgepickt und bezahlt. Allerdings war es damit nicht getan – anstatt uns in Ruhe essen zu lassen wurden wir schon vom nächsten Schwall Verkäufer in Beschlag genommen. Deshalb gabs nur eins – Teller geschnappt und raus aus dem Gewimmel. Auf einer Parkbank ausserhalb haben wir dann unsere erste Portion in Ruhe verspeist. Eigentlich waren wir immernoch hungrig, aber wir hatten schon fast keinen Bock mehr, uns nochmals in den Markt zu stürzen 🙂
Einzig die Tatsache, dass wir noch keine Sansibar-Pizza probieren konnten, motivierte uns dann doch noch zu einem zweiten Anlauf. Auch diesmal erging es uns nicht besser, aber wir waren vorbereitet und lehnten alle Angebote lächelnd im vorbeigehen ab. Schlussendlich fanden wir einen tollen Stand mit dem passenden Namen „Mr. Sweet“, weil der Inhaber wirklich süss war. Und seine Spezialität war die Sansibar-Pizza. Wir haben uns für eine Tomaten-Käse Version entschieden, konnten bei der frischen Zubereitung zusehen und das Resultat war wirklich lecker!

 

 

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Mr. Sweet am Nightmarket

 

FAZIT NIGHT-FOODMARKET: Alles in allem ist der Food-Market eine feine Sache, aber auch hier sollte man sich bewusst sein dass man nur sehr schwer in Ruhe durchstöbern und sich dann für seinen persönlichen Lieblingsstand entscheiden kann; die Anbieter sind einfach zu aufdringlich… Ausserdem fanden wir schade, dass fast alle Stände das gleiche anieten – nämlich alles! Alle haben Samosas, versch. Fleisch- und Fischspiesse, Gemüse, Pommes, etc. Schöner wäre, jeder würde sich auf eine Sache spezialisieren (wie zb. der Pizzastand). Würde auch bestimmt weniger übrig bleiben am Ende.

Später an diesem Abend gingen wir noch zum Konzert der Taraab Music School, da gab es ein stündiges Konzert arabischer Musik – ich fands toll, und sehr passend zum orientalischen Flair in Stone Town…

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Am nächsten Tag assen wir noch im „Lukmaan“, einem kleinen aber feinen Cafe mit einem büffet-ähnlichen Angebot an Sansibar-Spezialitäten, für kein Geld…wenn man sich dann noch einen Platz draussen sichern und seine Mahlzeit mit Blick auf das Treiben in der Strasse verspeisen kann – umso besser! 🙂

Und wer wiedermal Lust auf einen richtig tollen starken Kaffee hat und/oder einigermassen gutes Wifi möchte – dem empfehlen wir das Sansibar Coffee House. Wirklich gut (auch das Essen)!

Eine Sehenswürdigkeit in Stone Town haben wir ausgelassen, nämlich den Sklavenmarkt. Zum einen gibt es da soweit ich weiss gar nicht viel besonderes zu sehen, und zum andern fanden wir es irgendwie falsch und unangebracht, dass die Sklavereigeschichte genau hier so ausgeschlachtet wird… Aber das ist unsere Ansicht.

Und dann gibt es noch was, was wir an Stone Town so gar nicht mochten…den Darajani Market, gleich neben der DalaDala Station. Bereits von weit her riecht man den faulig-modrigen Gestank des Markts. Klar, die Vielfalt an Ständen mit getrockneten Früchten, Handys und einfach allem was das Herz begehrt ist riesig! Allerdings kann ich mit diesem Geruch in der Nase einfach keine Esswaren kaufen. Ist einfach so. Mein Instinkt sagt mir dann einfach „bloss weg hier“. Noch viel schlimmer war es in der Halle drin, und spätestens als wir an der Schlachthalle vorbeikamen (jetzt wussten wir auch, woher der Gestank kam) und die toten Tiere da bei 30 Grad umringt von

Fliegen hängen sahen, mussten wir die Flucht ergreifen. Vielleicht sind wir zu zart beseitet, keine Ahnung…aber dass man diesen Markt als „einer der schönsten Märkte weltweit“ bezeichnet ist uns beiden ein Rätsel 🙂
Unser Backacker-Tipp in Stone Town:

 

Jambo Guest House
Unsere erste Nacht in Stone Town haben wir in der Manch Lodge verbracht. Da hat es uns aber nicht gefallen, Zimmer sowie Gemeinschaftsbad waren ungepflegt und schmuddelig…
Deshalb haben wir gleich am nächsten Morgen ausgecheckt und sind beim herumlaufen zufällig aufs Jambo Guest House gestossen. Wirklich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis!
Das Zimmer hat uns USD 35.- gekostet, und dafür haben wir ein gepflegtes Zimmer mit sauberem Gemeinschaftsbad, grossem Bett, tollem Mosquitonetz, AC, Ventilator, Wifi und inkludiertem Frühstück gekriegt. Ausserdem liegt das Guesthouse mitten in Stone Town (2 min zu Fuss von Lukmaan entfernt), und das Personal war wirklich freundlich.

 

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FAZIT STONE TOWN: Die meisten „Attraktionen“ werden aus meiner Sicht total überbewertet. Auch verstehe ich all die Reiseblogs, die so schwärmen und fast empfehlen eine Woche einzuplanen, überhaupt nicht. Wir fanden es sehr schön, das Treiben in den Strassen zu beobachten. Aber thats it…

 

 

PAJE

Nach einer rumpligen DalaDala-Fahrt sind wir in Paje angekommen. Und wenn ich an Paje zurückdenke, gibts eigentlich nur ein Wort welches mir zuerst einfällt: Heiss! Aber vermutlich war das eine spezielle Wetterlage als wir dort waren, es hatte auch kaum Wind im Kitesurfing-Paradies…

Als erstes haben wir das Demani Hostel gesucht um abzuklären, ob die ein Zimmer für uns haben (mehr zum Demani sh. unten). Da angekommen, mussten wir erst einfach mal die krasse Mittagshitze verdauen. Das Demani mit seinem gemütlichen Flair hat uns gleich in seinen Bann gezogen; es gab gar keinen Grund um woanders hinzugehen. Man hatte schattige Plätze, einen Pool um sich hin und wieder wenigstens ein bisschen abzukühlen, und jede Menge tolle Leute mit denen man sich ganze Nachmittage unterhalten konnte…

Das ist auch in Etwa das, was wir während den ganzen 6 Tagen in Paje gemacht haben. Es war uns einfach auch zu heiss, um gross herumzulaufen…dennoch kann ich euch von drei Aktivitäten berichten. Die lustigste zuerst:

 

Der Tag an dem die Flut uns ausgetrickst hat:

An unserem ersten ganzen Tag wollten wir natürlich den Beach auschecken. Vom Demani führt ein kurzer Weg runter zum „Beach“…wir haben dann aber schnell verstanden, was alle meinten als sie uns sagten, man könne nicht schwimmen 🙂 Es war Ebbe, und das Wasser war kilometerweit draussen. Ich habe noch nirgends auf der Welt solch starke Unterschiede zwischen Ebbe und Flut gesehen! Warscheinlich, weil der Sand sooo sanft und flach abfällt. Man sieht dann also bloss Sand sowie angeschwemmte Algen und Seegras. Nicht wirklich schön, dachten wir und liefen los richtung Paje by Night etc., da soll es etwas schöner sein. Dort angekommen, wussten wir gar nicht so richtig was machen. Zum biertrinken war es zu früh, zum sonnenbaden zu heiss. Also haben wir beschlossen, bis zum Wasser rauszulaufen…was für eine Schwachsinnsidee!
Der Plan war eigentlich gut, vom Strand her sah es so aus, als könne man zu Fuss (sogar halbwegs im Trockenen) ganz bis zum Wasser hinauslaufen, wo es so eine Art Riff hatte, welches während Ebbe aus dem Wasser ragt.
Nach etwa zwanzig Minuten die erste Verwunderung – es schien als seien wir dem Wasser noch kein bisschen näher gekommen seit wir losgelaufen sind. Aber ans Aufgeben war natürlich nicht zu denken. Langsam wurde das Wasser knöcheltief; und man musste aufpassen dass man nicht auf einen der zahlreichen Seeigel trat… Immer weiter gings, doch es schien als würde das Wasser irgendwie ansteigen? Aber vielleicht bilden wir uns das auch bloss ein, dachten wir. Als wir schliesslich nach etwa einer Stunde laufen dem Riff ganz nah waren, verschwand es immer mehr im Wasser. Mittlerweile standen wir schon knietief im Wasser und es gab kleine Fische und Seesterne…

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So faszinierend die Szenerie auch war, so wurde uns doch mit einem Schlag bewusst: Wir hatten die Rechnung ohne die Flut gemacht!
Als wir losgelaufen sind ging es vermutlich bereits gegen Ende der Ebbe, und je länger wir im Wasser verbrachten, desto mehr hielt die Flut Einzug… Als wir realisiert haben, wie weit draussen wir waren und wie schnell das Wasser plötzlich anstieg, bekamen wir einen ziemlichen Schrecken. Jetzt bloss nichts wie zurück!

Natürlich war der Rückweg viel viel anstrengender als der Hinweg, immerhin mussten wir mittlerweile durch ca. metertiefes Wasser waten…und schwimmen war nicht wirklich eine Alternative; natürlich waren wir darauf nicht vorbereitet und hatten unser Handy und alle Wertsachen dabei! Der Rückweg kam uns ewig vor, immer wieder hatte einer von uns beiden das Gefühl, wir kämen nie an Land an. Doch nach ständigem „sich-gegenseitig-motivieren“ hatten wir es schliesslich nach über einer Stunde waten, zuletzt im hüfthohen Wasser, endlich geschafft.

Jetzt hatten wir uns aber ein eiskaltes Bier verdient! 🙂
Und die Moral von der Geschicht: Bei Ebbe vergiss die Flut nicht!

 
Stand-Up-Paddling Tour durch die Mangroven:

Etwas anderes, was wir in Paje noch unternommen haben, war die SUP-Tour durch die Mangroven. Wir konnten diese Tour bequem durchs Hostel buchen, und insgesamt waren wir 7 Leute aus unserem Hostel, wodurch wir sogar nur USD 40.- anstelle der 50.- bezahlen mussten.

Abends um 5 Uhr wurden wir vom klimatisierten Taxibus abgeholt. Unterwegs holten wir nochmals ein paar Leute ab; danach gings weiter richtung MIchamvi Kae. Dort konnten wir all unsere „trockenen“ Sachen im Bus zurücklassen und bis zum Häuschen mit dem Equipment gehen. Dort wartete unser Guide „Super Mario“ auf uns, und nach einer kurzen Einleitung ins SUP (wir waren alle komplette Anfänger) gings ins Wasser.
Die Mangroven sind wirklich perfekt um SUP das erste mal auszuprobieren, die Gewässer sind sehr ruhig. Obwohl ich es mir immer ziemlich schwierig vorgestellt hab, die Balance auf dem Brett zu halten, war es unter den gegebenen supereinfach.

In Einerreihe ging es dann nacheinander durch die engen Mangroven-Flüsse. Nach den ersten paar Kurven hatten wir alle den Dreh raus und es machte wirklich Spass! Ausserdem herrscht in den Mangroven einfach die totale Ruhe, das Einzige was man hört ist das Plätschern des Wassers, Vogelgezwitscher und andere Tiergeräusche. In der Hälfte machten wir einen Stopp bei einem kleinen See (oder einfach eine Verbreiterung des Flusses, ohne Strömung), dem sogenannten Playground 🙂 Jeder konnte sich ein bisschen Platz suchen und ein paar Tricks mit dem Brett versuchen. Einige davon zeigte uns Mario vor. Hier war das Wasser auch schön klar, sodass es gar nichts ausmacht wenn ein Trick mal nicht funktionierte und man ins Wasser fiel.
Die zweite Hälfte ging dann erst durchs etwas offenere Gewässer mit mehr Platz, und dann wieder durch die kurvigeren Mangroven-Flüsse zurück… Wieder beim Equipment-Häuschen angekommen, kriegten wir oben auf dem Dach frische Früchte und Wasser, und konnten uns von da oben den wunderschönen Sonnenuntergang über den Mangroven ansehen… Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt!

 

 
Kitesurfer bestaunen und Kaffee schlürfen:

Als wir das Faulenzen mal wirklich satt hatten, gingen wir spätnachmittags, als die Hitze etwas nachliess, richtung Paje Zentrum zum Beach. Dort gibt es ein tolles Cafe (Namen weiss ich leider nicht mehr) unter holländischer Führung, welches supertollen Cappuccino und auch mega leckere Snacks anbietet. Ausserdem ist es ein wunderschöner Spot, um den Kitern in entspannter Athmosphäre zuzuschauen…

 

Paje Sansibar

Strand bei Ebbe

Sansibar

Strand bei Flut

 

Hier noch unser Backpacker-Tipp für Paje:

 

 

Demani Hostel
Unser absoluter Favourite in ganz Zanzibar. Für USD 32.- haben wir ein Zimmer im oberen Stock eines Baumhauses gekriegt,. Zwar haben die oberen Zimmer kein eigenes Bad, aber die Gemeinschaftsanlagen sind supernah und sehr gepflegt! Ausserdem gibt es einen ganz tollen Restaurant-/Barbereich mit vielen gemütlichen Sitzbereichen, einen Pool mit Sonnenliegen und der Inhaber sowie seine norwegische Frau und alle Angestellten sind jung und superfreundlich! Wir haben uns von Anfang an meega wohl gefühlt…! Donnerstags veranstaltet das Demani jeweils ein BBQ mit Liveband und danach Party mit DJ, ist zwar nicht ganz günstig (umgerechnet USD 10.-) aber dafür gibts diverse Fleischspiesse, gebratener Fisch, gegrillter TIntenfisch und jede menge köstliche Beilagen und dazu entspannte Atmosphäre und tolle Leute (auch aus anderen Hostels).

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Baumhaus im Demani

 

FAZIT PAJE: Wenn man nicht unbedingt baden will, ist Paje absolut empfehlenswert. Warscheinlich der Ort mit den meisten backpackerfreundlichen Hostels, und auch das Publikum ist hier entspannter als zb. in Nungwi. Man findet vorwiegend Backpacker und Kitesurfer – wie ich finde ein angenehmer Mix. Und wer baden will, muss sich halt an Ebbe und Flut orientieren (oder im Demani buchen und in den Pool hüpfen) 😉

 

Und zu guter letzt gibts da noch den Müll…

Kein ehrlicher, unverblümter Reisebericht über Sansibar, ohne auch auch die unschönen Seiten der Insel zu erwähnen. Ganz oben auf der Liste: Der Müll. Er liegt überall; am Strand, im Strassengraben, in der Stadt, auf Hausdächern, im Gebüsch…und nicht selten spielen Kinder darin, oder Nutztiere wie Kühe oder Hühner leben und essen darin. Für mich sehr schade bis erschreckend mit anzusehen, was die Bevökerung hier aus Ihrem wunderschönen Land macht… Wir haben uns oft gefragt, woran es liegen mag? Wissen die Leute nicht, dass Plastik nicht verrottet? Wobei sie dass ja nach ein paar Jahren, wenn der Müll immernoch da liegt, begreifen müssten. Gibt es keine Möglichkeit, Abfall zu sammeln resp. zu entsorgen? Und wenns nur darin bestehen würde, den Abfall auf einen Haufen zu schmeissen und einmal die Woche anzuzünden!
Ganz direkt und nicht böse gemeint, ist es aus unserer Sicht auch einfach oftmals Faulheit. Der Gedanke, die leere Plastikflasche einfach aus dem Fenster zu schmeissen, ist wohl einfach zu verlockend. Klar, Sansibar ist mit nichten der einzige Ort auf der Welt mit diesem Problem. Aber wenn wir uns überlegt haben, dass die Kuh Müll frisst und die Hühner auch, und der Mensch dann deren Milch, Eier und Fleisch isst…isst der Mensch dann nicht auch Müll im Endeffekt? Vermutlich werden sich die Menschen hier über kurz oder lang selber vergiften… Aber daran können wir wohl auch nichts ändern.

 

Sansibar Müll

Müll überall…

 

1 Antwort

  1. Liebi Mary 😃 liebe Christian
    Habe heute Morgen endlich Zeit gefunden den Zanzibar-Bericht zu lesen… Richtig toll… Da ich leider noch nie in Afrika war, kann ich mir nun durch deine Erzählungen ein besseres Bild von diesem Teil des grossen Landes machen. Ihr seid ja längst weiter gereist 😃❤😃 liebe Grüsse aus der Schweiz 😃❤😃 freue mich schon auf weitere so super verfasste und ehrliche Berichte 😃 enjoy your trip 🐞 Madeleine

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